Vom Garten ins Glas

13.09.2021


Im Garten ist gerade Hochsaison und das bedeutet vor allem eins: Gemüse in Hülle und Fülle! So viel, dass es oft gar nicht so einfach ist, mit dem Aufessen der Ernte hinterherzukommen. Gut, dass es eine Möglichkeit gibt, um auch noch im kalten und tristen Winter was vom bunten Gemüse zu haben. Wahrscheinlich können Sie schon erahnen worum es geht. Richtig! In diesem Beitrag dreht sich alles rund ums Einlegen und Fermentieren.

Was kann eingelegt werden?

Beim Einlegen reichen die Möglichkeiten weit über den Essiggurken-Klassiker hinaus. Eigentlich lässt sich nämlich so gut wie jede Gemüsesorte einlegen. Es gilt also: kreativ sein! Für besonders schöne und bunte Gläser können auch verschiedene Sorten gemischt werden. Gewürze und frische Kräuterzeige peppen das Eingelegte zusätzlich auf.

Tipp: Jetzt schon an Weihnachten denken und ein paar Gläser mehr machen, zum Verschenken.

Jetzt geht’s an Eingemachte – die verschiedenen Möglichkeiten 

  1. Der Klassiker – Einlegen in Essig
    Als ersten Schritt sollten Sie die Schraubgläser vorbereiten. Es ist wichtig, dass diese steril sind, damit sich keine Bakterien ansammeln können. Bevor das Gemüse eingelegt wird, muss es gut gewaschen und bei Bedarf geschält werden. Danach können Sie das Gemüse einsalzen und etwa eine halbe Stunde ziehen lassen. Gemüsesorten die nicht roh verzehrt werden können, müssen danach noch vorgekocht werden. Als nächsten Schritt wird das Gemüse auch schon in die Gläser geschichtet und Gewürze sowie Kräuter nach Wunsch hinzugefügt. Bereiten Sie den Essigsud zu, indem Sie einen Teil Essig (mindestens 5 Prozent Säure) mit zwei Teilen Wasser erhitzen und das Ganze mit etwas Salz und Zucker ergänzen. Nun können Sie das Gemüse mit dem Essigsud aufgießen. Achten Sie darauf, dass es komplett mit der Flüssigkeit bedeckt ist und schließen Sie die Gläser danach sofort. Das in Essig eingelegte Gemüse ist an einem dunklen und kühlen Ort mindestens ein halbes Jahr haltbar. Nach frühestens zwei Wochen können Sie das erste Glas verzehren.

     

  2. Leckere Antipasti – Einlegen in Öl
    Tomaten, Zucchini, Artischocken oder Pilze – das typische Antipastigemüse kann auch ganz einfach selbst gemacht werden. Alles was Sie benötigen ist frisches Gemüse, etwas Essig und reichlich Öl. Für die Antipasti-Gläser wird das Gemüse zuerst gebraten und anschließend mit Essig mariniert, damit sich keine schädlichen Mikroorganismen bilden können. Nachdem Sie das Gemüse in sterile Gläser gefüllt haben, muss es nur noch mit Öl bedeckt werden. Auch hier ist es wieder wichtig, dass das gesamte Gemüse bedeckt ist. Schon steht einem gemütlichen Antipasti-Abend mit einem Glas Wein nichts mehr im Wege!
     
  3. Selbstgemachtes Kimchi – Fermentieren
    Koreanisches Kimchi erfreut sich auch in Europa immer größerer Beliebtheit. Das fermentierte Gemüse ist nämlich nicht nur gesund und bekömmlich, sondern lässt sich zudem gut lagern. Perfekt also, um die Herbsternte länger haltbar zu machen. Wir stellen Ihnen hier das klassische Kimchi vor, grundsätzlich lassen sich jedoch auch andere Gemüsesorten fermentieren.

    Das brauchen Sie für das traditionelle Kimchi:
     
  • 1 Chinakohl
  • 50 g Salz
  • 1 Daikon-Rettich oder alternativ 1 weißer Rettich
  • 2 Karotten
  • 2 Frühlingszwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • Circa 30 g Ingwer
  • Chiliflocken nach Geschmack
  • 4 EL Fischsauce oder alternativ Sojasauce
  • Ein steriles Gefäß

Zuerst wird der Kohl geviertelt und kurz in kaltes Wasser getaucht. Anschließend muss er gut gesalzen werden – sparen Sie dabei nicht mit dem Salz, denn es ist essenziell für den Fermentationsprozess. Nun sollte der Chinakohl für ungefähr zwei Stunden ruhen und jede halbe Stunde gewendet werden. In der Zwischenzeit können Sie den Rettich und die Karotten schälen und Julienne schneiden. Die Frühlingszwiebeln werden in Stücke geschnitten und der Ingwer sowie Knoblauch fein gehackt. Vermengen Sie alles mit den Chiliflocken und der Soße Ihrer Wahl gut mit den Händen. Dabei muss fest zusammengedrückt werden. Ist die Ruhezeit um, können Sie den Kohl waschen und für einige Minuten in kaltes Wasser legen. Danach müssen alle Blätter gut mit der Kimchi-Paste eingestrichen und anschließend in ein luftdichtes Gefäß gegeben werden. Achten Sie unbedingt darauf, dass zum Rand hin noch ein paar Zentimeter Abstand bleiben. Nun muss das Kimchi ruhen. Nach einigen Tagen beginnt der Fermentationsprozess, nach einigen Wochen kann es dann verzehrt werden.

Hinweis: Der Kohl kann auch kleiner geschnitten und in mehrere kleinere Gläser abgefüllt werden. In diesem Fall werden die Blätter nicht eingestrichen, sondern alles gut miteinander vermengt.

 

Etwas Inspiration gefällig? Auf der Grafik rechts finden Sie unsere Favoriten zum Einlegen in Essig oder Öl. Viel Spaß beim Nachmachen und Genießen!

 

Fotoquellen: 
Teaserbild Eingelegtes: monticello/Shutterstock.com
Eingelegtes: Sentelia/Shutterstock.com
Kimchi: Natasha Breen/Shutterstock.com

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